Bedeutet Glück, das zu genießen, was wir nicht haben? Minimalismus!

Minimalismus ist im Trend. Wer aufmerksam durch die mediale Welt surft, wird schon etwas darüber erfahren haben. Jetzt folgen 8 Gründe, warum Minimalismus auch für dich etwas sein könnte. Viel Spaß!

abstract lines - Designed by Starline

1. „Wer mehr als 30 Gegenstände besitzt, ist kein Minimalist mehr“
Dieses Zitat treibt Minimalismus ins Absurde. Am Anfang stehen Entrümpelung und das Freimachen von Gegenständen, die keinen subjektiven Wert mehr haben. Dennoch geht es eben nicht ausschließlich darum, sich einfach nur von seinem Besitz zu lösen und wenig zu haben.

Tipp: Nähere dich dem Minimalismus im Hinblick auf eine Reduktion auf das Wesentliche.

Du trennst dich vom Unwesentlichen und wendest dich hin zum Wesentlichen. Was das inhaltlich bedeutet und wie weit du gehen willst, entscheidest du selbst. Es ist prinzipiell das, was für dich von Wert ist: Besitztum, Verhalten, Spra-che, Hobbys, Freunde – es betrifft alle Dimensionen deines Lebens.

Frag dich also: Was bringt mir Wert? Auf was kann ich verzichten? Was macht mich glücklich, was hält mich hinter Gittern? Dann betrittst du den Pfad des Minimalismus.

Bild zu Minimalismus_Ringe

2. „Geräte sind wie Krücken. Mach dich unabhängig & befreie dein Bewegungspotenzial!“
In unserer Philosophie gibt es im Wesentlichen ein Gerät: Ringe (Siehe Ringe Training). Genauer bedacht ist dies nicht einmal als Gerät zu verstehen, son-dern vielmehr als Simulation eines Baumes. In einer Zeit, in der die Möglichkeiten zum Hängen begrenzt sind, helfen wir damit ein wenig nach. Alles, was darüber hinausgeht, wäre entbehrlich und findet seinen Sinn nur in speziellen Situationen. Gehen wir von einem gesunden, bewegungsfähigen Menschen aus, reicht der Boden und etwas zum Hängen.

Beispielsweise machen Hanteln sowie Foamroller nur in einem bestimmten Kontext Sinn. Foamroller sind daher tatsächlich Mittel zur Symptombekämpfung. Spezielle, körperliche Ziele, die jenseits einer allgemeinen und funktionellen Bewegungsfähigkeit liegen, lassen sich teilweise ausschließlich durch Hantelnut-zung erreichen. Darunter fallen primär ästhetische Motive (Bodybuilding).

Auch hier musst du dich fragen: Was ist das Wesentliche? Unsere Ansicht: Bist du gesund, ist das wesentliche des menschlichen Körpers seine Bewegungsfähigkeit – die Fähigkeit sich auf breiter Linie jeder körperlichen Herausforderung stellen zu können und diese auch zu meistern.

Denke immer daran: Der menschliche Bewegungsapparat ist unglaublich vielseitig. Nicht umsonst kannst du alles ein bisschen: Laufen, Springen, Klettern, Kriechen, etc. Für das Leben gewappnet zu sein, bedeutet anpassungsfähig zu bleiben und das erreichst du hervorragend durch das Training mit eigenem Körpergewicht.

dandelion - Designed by Freepik

3. „Kann es weg oder ist das wesentlich?“
Entrümpeln ist der Startpunkt aller Minimalisten. Du nimmst dir deinen Haus-stand vor und sortierst gnadenlos aus. Aber Vorsicht: Das Entrümpeln ist erst der Beginn deiner Reise. Geh den Weg weiter oder du wirst dich in kürzester Zeit erneut „zumüllen“. Also: Was ist der Trick?

Richtig angewandt, musst du nur ein einziges Mal entrümpeln. Der Rest passiert automatisch. Du änderst deine Haltung und wirst bereits im Konsum darauf achten, nur für dich Wesentliches zu kaufen.

Hier einige praktische Regeln:
a) Stelle dir mehrere Kisten in dein Zimmer. Eine für Kleiderspenden, eine für an-dere Spenden, eine für Müll und falls nötig Sondermüll etc.

b) Nimm dir ALLE Gegenstände einer bestimmten Kategorie, sagen wir Dekoration, und packe sie in die Mitte deines Zimmers. Später gehst du zur nächsten Kategorie.

c) Nimm jeden einzelnen Gegenstand in die Hand und frag dich: „Hat dieser Gegenstand in den letzten 3 Monaten Wert, Nutzen oder Glück in mein Leben gebracht?

Wird er in den nächsten 3 Monaten Wert bringen?“ Kannst du beides mit „Nein“ beantworten? Dann weg damit!

d) Bist du dir immer noch nicht sicher, ob du den Gegenstand benötigst?
Befolge die 20/20 Regel.

Wenn es möglich ist, besagten Gegenstand für bis zu 20€ innerhalb von 20 Minuten in deiner Umgebung zu besorgen, dann wirf ihn weg!

In 98% der Fälle wirst du darauf nie zurückgreifen müssen. Ist die 20/20 Regel nicht anwendbar, weite den Zeitraum auf 6, 9 oder 12 Monate aus. Wenn du einen Gegenstand ein Jahr lang nicht benutzt hast und für das nächste Jahr auch nicht benötigst, wirst du ihn nie wieder brauchen. Weg damit!

e) Entrümple erst alle Gegenstände und ordne dann deine Wohnung neu. Eine Ordnung kann erst dann Sinn machen, wenn du alles Unwesentliche aussortiert hast. Andernfalls behältst du Sachen, nur weil sie gerade gut in die Ordnung passen.

feel freedom - Designed by ijeab

4. „Wenn jemand deinen Körper zur Schau stellen würde, so wärest du entrüstet. Dass du dein Denken jedem Beliebigen auslieferst, stört dich nicht?“
Das Zitat ist von Epiktet, 250 v. Ch. Die Message: Minimalismus geht auch auf dein Verhalten und Sprechen über. Alles was du sagst oder tust, stellst du zur Debatte.

Stell dir vor, du händigst dein 1350€ teures Smartphone einer Gruppe Drittklässlern zum Surfen aus. Hättest du Angst um das Gerät? Vermutlich ja. Die potenzielle Beunruhigung und Verstörung, die damit einhergehen, sind unmittelbar fühlbar. Etwas Ähnliches geschieht mit deiner Meinung, oder deinen Gedanken, wenn du sie kommunizierst: Du stellst sie zur Debatte. Die Kritik oder das Lob, die daran ausgeübt werden, fallen unmittelbar auf dich zurück.

Die Strömung des Minimalismus hat einen engen Bezug zum inneren Frieden. Empfehlenswert ist sich genau zu überlegen, was du tust oder sagst. Frage dich vorher: Was sind die Konsequenzen meiner Handlung? Was möchte ich mit den Worten erreichen? Ist das, was ich tue oder sage wesentlich für mich und meine Ziele in diesem Augenblick? Wahrscheinlich wirst du in der einen oder anderen Situation eher schweigen, statt zu reden.

Auf jeden Fall machst du dir dadurch klar, was für dich wesentlich ist. Und das ist Minimalismus.

blackboard - Designed by Freepik

5. „Konsum benötigt Ressourcen. Weniger Konsum bedeutet mehr Einklang mit der Erde.“
Wir alle wissen, wie verschwenderisch und zerstörerisch unser Verhalten sein kann. Überflüssiges zu entrümpeln und den Konsum auf das Wesentliche zurückzufahren – ja zu merken – dass Konsum nicht glücklich macht, ist der Weg des Minimalisten.

Dieser entscheidet sich bewusst dazu die Ressourcen der Erde zu schonen, Umweltverschmutzung zu reduzieren und sein Glück unabhängig von materiel-lem Gut oder besonderen Umständen zu finden.

Früher oder später wird jeder über die Konsequenzen seiner Taten nachdenken, warum also nicht jetzt?

Stell dir vor du liegst auf deinem Sterbebett und schaust auf dein Leben zurück. Hast du dich nachhaltig, moralisch gut verhalten? Hast du der nächsten Generation eine Welt hinterlassen, an der sie sich noch erfreuen kann?

Oder anders: Was haben dir all der Konsum, all die neuen Sachen gebracht? Bist du dadurch langfristig glücklicher geworden? Hat es dich zu einem besse-ren Menschen gemacht, ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit gegeben? Nun, die Antworten kennst nur du. Das Gedankenexperiment eignet sich jedenfalls super zur Selbstreflexion.

Vielleicht nutzt du öfter Fahrgemeinschaften, vielleicht konsumierst du weniger, vielleicht kaufst du ab sofort mehr regionale Güter. Es gibt vieles, was du tun kannst oder vielleicht auch schon tust.

silhouette - Designed by tirachard

6. „Wahre Freiheit bedeutet manchmal auch zu genießen, was wir nicht haben. Gekauftes Glück nimmt nach 3 Monaten rapide ab!“
Wenn wir uns umschauen, sehen wir überall Luxus. Neben Luxus gesellen sich Schulden. Auch wenn es uns selbst nicht unbedingt betrifft, zwischen diesen beiden Extrema befinden wir uns. Dazu kommt, dass die Dynamik unseres Finanzsystems uns permanentes Wachstum aufzwingt. Die Werbung suggeriert uns, dass wir nur durch den nächsten Kauf zufriedener sind. Wenn wir dann auch noch sparen können, gibt es fast kein Halten mehr.

Ich glaube, hier muss ich nicht weiter ausführen. Du kennst die Geschichte. Klar ist, es ist gar nicht so einfach im Gleichgewicht zu bleiben und nicht in das eine oder andere Extrem zu verfallen.

Auch hier ist der Minimalist sehr bemüht. Er blickt hinter den Schleier. Das Gehaste und Gekämpfe für noch mehr Befriedigung, das größere Auto oder noch größerer Reichtum machen ihn nicht mehr zufrieden.

Tatsächlich machen sie niemanden wirklich zufrieden. Nach allem, was psychologische Studien darüber herausgefunden haben, nimmt das neugewonnene Glück nach 3 Monaten rapide wieder ab. Schnell befindet man sich trotz größerer Wohnung und schnellerem Auto wieder auf Ausgangsniveau.

Langfristig bringt Neuerwerb wenig bis gar keinen Glückszuwachs.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Nehmen wir einmal an, alle Menschen würden mit dem luxuriösen Lebensstandard unserer deutschen Kultur ausleben. Wie viele Ressourcen würden wir dann benötigen? Ja richtig, zu viele. Tatsächlich sind es mindestens 2,3x so viel wie wir auf der Erde überhaupt zur Verfügung haben.

Ginge es wirklich darum, allen Menschen auf der Erde einen guten Lebens-standard zu ermöglichen, reicht es nicht, jenen zu erhöhen. Wir würden dann über unsere Verhältnisse leben. Es ist unbedingt notwendig unseren zu verringern. Dies darf allerdings nicht falsch verstanden werden. Gemeint sind nicht Askese
oder Selbstkasteiung, gemeint ist die sinnvolle Nutzung unserer Ressourcen.

Beispielsweise befinden sich in deutschen Haushalten ungenutzte Geräte im Wert von 22 Milliarden Euro. Wieso? Nicht jeder in derselben Straße mit Einfamilienhäusern benötigt einen Rasenmäher, doch fast jeder hat einen. Statt besitzen, können wir ausleihen, teilen, gemeinsam haben. Allein dies würde einen riesigen Unterschied machen. Darüber hinaus müssen wir uns natürlich weiterhin fragen, ob wir das wirklich alles brauchen, was wir besitzen. Würden das alle tun, wäre unser Ressourcenproblem gelöst. Oder?

space flat bank - Designed by tirachard

7. „Informationen sind Daten, Wissen ordnet diese, Weisheit handelt dementsprechend.“
Wir alle wissen viel zu viel. Wir tun viel zu wenig. Ein Beispiel: Jeder weiß, dass Fast Food schlecht ist, warum gibt es dann überhaupt noch Menschen, die so etwas essen? Es gibt viele Antworten auf diese Frage: Augenverschließen, Sucht, Gewohnheit, unhinterfragtes Leben, Lust am Essen, Rücksichtslosigkeit etc. Zugegebenermaßen ist das Beispiel prekär. Die Lücke zwischen Wissen und gelebter Umsetzung ist riesig. Es geht darum, dass jedes Lebewesen für sich klar-macht, wie mit empfangenen Informationen umgegangen wird.

Ganz oben sollte unserer Meinung nach die konsequente Handlung stehen.

Was nützt all das großartige Wissen, wenn nichts getan wird?

Auch das ist Teil des Minimalismus. Aufhören, das eine zu sagen und das andere zu tun. In Zeiten der Selbstdarstellung nach außen verlieren immer mehr Menschen ihre Authentizität. Es geht nur noch darum, gut dazustehen, die sozialen Medien nehmen hier eine Schlüsselposition ein. Der Minimalist macht da nicht mehr mit. Er/Sie sucht zuallererst nach innerem Frieden und dieser führt nur über Selbstakzeptanz. Er/Sie weiß, was seine/ihre Stärken und Schwächen sind und arbeitet daran. Durch solch eine Lebensweise gibt es nur Wesentliches im Leben. Die Freiheit über sich selbst nachzudenken und seinem Wissen gemäß zu handeln. Deshalb ist diese Person Minimalist. Das Bedürfnis sich selbst von all dem Gerümpel zu befreien führt dazu, sich selbst wieder zu erkennen.

red berries - Designed by Freepik

8. „Wenn jemand morgens aufwacht und direkt zur Weinflasche greift, würden wir ihn süchtig nennen. Wenn er zum Handy greift und direkt facebooked ist das ein Unterschied?“

Natürlich ist der Minimalismus auch auf die Technik anzuwenden. Nicht die Technik selbst, denn sie ist einer der Faktoren die eine Konzentration auf das Wesentliche und eine Entrümpelung überhaupt erst ermöglichen. Bücher, CD’s, Papierkalender, Schreibblöcke oder Fotos – all das kann heute größtenteils digital erledigt werden und spart Unmengen an Platz.

Doch die Nutzung der Technik ist jenseits dessen, was man noch als sinnvoll oder maßvoll bezeichnen kann. „Digital Detox“ ist im Trend. Immer mehr Menschen erkennen ihre Unterhaltungs- und Informationssucht, ihre Abhängigkeit von Handy, Tablet, Fernseher und Computer. Immer mehr Menschen erkennen, wie diese Geräte sie von sich selbst entfernen.

Frag dich einmal: Was ist das Wesentliche in meiner Freizeit und wofür nehme ich mir wirklich Zeit? Was will ich eigentlich? Was will ich wirklich? Wie oft steht dir diese Unterhaltungsschau im Weg dabei? Vielleicht kommst du auch zum Schluss, dass du einen maßvollen Umgang mit moderner Technik pflegst.

In jedem Fall gilt: Bleibt reflektiert und gehe kritisch damit um. Es geht um deine Freizeit, deine Projekte und dein Leben.

Wenn du diese 8 Punkte bedenkst & beherzigst, dann hast du einen großen Schritt getan, dem Wesentlichen näher zu kommen.

Jetzt bist du frei!
Hier beginnt deine Geschichte. Minimalismus ist der Weg in die persönliche Freiheit. Das Glas ist nun leer und kann mit deiner eigenen Substanz gefüllt werden.

Minimalismus hat dir die Ressourcen (Zeit, Geld, Stressfreiheit) gegeben, die du nun nutzen kannst, um deine ganz persönlichen Träume und Ziele zu verwirkli-chen.

Ich bin mir sicher, dass du nun einen Schritt näher an dem bist, was dich wirk-lich glücklich macht.

In diesem Sinne.
Immer schön beim Wesentlichen bleiben.

Dein Phil von Bewegungsheld

Diese Perspektiven fließen in unser Online Coaching, Personal- & Gruppen-Training sowie Workshops ein.

Für komplexe Bewegungsvielfalt, immer up2date & selbstbewusst!

Kontakt